Arche-Ferienfreizeit

Arche-Ferienfreizeit



Auf einem idyllischen Fleckchen Erde nahe Berlin, umringt von Wäldern und einer Pferdekoppel, beherbergten 22 Zelte eine Woche jeweils 100 Arche-Kinder aus Hamburg und Berlin. Für viele der sozial benachteiligten Kinder war es ihr erster Urlaub überhaupt. Ermöglicht wird er durch finanzielle Unterstützung aus der Bepanthen-Kinderförderung, die im Juni 2008 von Bayer HealthCare Deutschland gestartet wurde.

Urlaub mit der Ferienfreizeit des Kinderhilfsprojekts Arche

Wer das Sommercamp der Ferienfreizeit betrat, das 2008 von der Bepanthen-Kinderförderung unterstützt wurde, sah strahlende Kinder: Sie spielten miteinander Fußball und Fangen oder spielten im Schatten friedlich miteinander Karten. Offenherzig wirkten sie, lebhaft und neugierig. Erst ein Gespräch mit dem Gründer und Leiter des Kinderhilfsprojekts Arche, Bernd Siggelkow, erlaubte einen Blick hinter die Kulisse dieser kindlichen Fröhlichkeit: Die Kinder aus ärmeren Verhältnissen wachsen in den sozialen Brennpunkten der Städte Hamburg und Berlin auf. Sie kommen aus Familien, die sich Urlaub nicht leisten können. Scheinbar selbstverständliche Dinge wie täglich eine warme Mahlzeit, Schulbücher, Freizeitsport oder Musik sind für sie undenkbar. Kein Wunder, dass von Armut betroffene Kinder häufig das Gefühl haben, selbst nichts wert zu sein. Die Bepanthen-Kinderförderung möchte hier unterstützen.

Einmal im Mittelpunkt stehen

Reiten, Plantschen, Singen oder Basteln und T-Shirts bemalen – die Arche-Ferienfreizeit ermöglicht Abstand vom sonst schwierigen Alltag für die Kinder aus ärmeren Verhältnissen. „Wenigstens einmal im Jahr sollen die Kinder im Mittelpunkt stehen und unbeschwert einfach nur Kind sein dürfen“, verdeutlicht Bernd Siggelkow die Bedeutung der Ferienfreizeit und vergibt nebenbei drei Helferpunkte an Justin (11 Jahre). Er hat mit drei anderen Kindern den Zeltplatz aufgeräumt. Es gibt Helfer- und Zeltpunkte, aber auch Minuspunkte, wenn zum Beispiel nicht aufgeräumt oder das Geschirr nach dem Essen nicht abgeräumt wurde. Die Punkte helfen dabei, einfache Werte wie Ordnung und Sauberkeit zu vermitteln und fördern das Gemeinschaftsgefühl.

Ein weiterer pädagogischer Ansatz ist der „Königskindertisch“. Mit ihm soll das häufig angeschlagene Selbstwertgefühl der sozial schwachen Kinder verbessert werden. Reihum darf jede Gruppe einmal zu den Mahlzeiten an einem extra geschmückten Tisch, dem Königskindertisch, sitzen und sich von den anderen bedienen lassen. „Sich auch mal privilegiert und im Mittelpunkt zu fühlen, ist hierbei das Ziel“, erklärt eine Erzieherin, „Im Camp-Alltag muss dann aber jedes Kind wieder den eigenen Teller abwaschen und aufräumen.“ Die Betreuer sind fast rund um die Uhr eingespannt. Kinder mit Sonnencreme eincremen, Wespenstiche kühlen und kleine Aufführungen oder Lieder einstudieren - immer umringen zwei, drei Kinder die Pädagogen und ehrenamtlichen Mitarbeiter. Wenn die Ferienfreizeit nach fünf Tagen zu Ende geht, freuen sich die meisten bereits auf das nächste Jahr.