Chips sind keine Mahlzeit

Chips sind keine Mahlzeit



Frühstück in der Schule, mittags Chips und zum Abendessen Tiefkühlpizza – so sieht für viele sozialschwache Kinder aus ärmeren Verhältnisse der tägliche Speiseplan aus. Eine gute Esskultur zu vermitteln, war daher 2011 Ziel der Bepanthen-Kinderförderung.

Von Mai bis September 2011 realisierte die Bepanthen-Kinderförderung an Standorten des Kinderhilfsprojekts "Die Arche" Kinderkochkurse als Förderprogramm für sozial benachteiligte Kinder. Gekocht wurde wöchentlich mit bis zu zwölf Kindern, Lebensmittelkunde und kinderfreundliche Atmosphäre inklusive.

Spielerisch gesund ernähren

Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen führen im Vergleich zu ihren privilegierten Altersgenossen einen ungesünderen Lebensstil und legen damit den Grundstein für mögliche negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Diese Erkenntnis aus der Umfrage Gesundheit 2010, einer repräsentativen Befragung von Sechs- bis Zwölfjährigen in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ), war für die Bepanthen-Kinderförderung ausschlaggebend, Kinderkochkurse als Förderprogramm für Kinder in Armut zu entwickeln. „Wenn zu Hause kein gutes Ernährungsverhalten praktiziert wird, fehlen den Kindern die Vorbilder. Obst und Gemüse werden nur sehr selten, Süßigkeiten und Snacks dafür umso häufiger konsumiert“, berichtet Arche-Gründer Bernd Siggelkow aus eigener Erfahrung. Mit dem Förderprogramm Kinderkochkurse wird die Vorbildfunktion von Einrichtungen wie dem Kinderhilfsprojekt Arche gestärkt, und die Kinder aus ärmeren Familien werden für eine gesunde Ernährung spielerisch interessiert und gefördert. Dabei liegt die Auswahl der Gerichte grundsätzlich bei den Kindern – die Zubereitung mit gesunden Zutaten wird von Profikoch Thomas Krause, Inhaber und Gründer eines bundesweiten Kochschulnetzes, vermittelt.

Sinnvolle Freizeitbeschäftigung als Ergänzung des Bildungspaketes

Das im April 2011 in Kraft getretene Bildungspaket soll Kindern aus sozial benachteiligten Familien durch finanzielle Hilfe gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Es beinhaltet beispielsweise Vereinsbeiträge, Teilnahme an Ferienfreizeiten und außerschulischer Bildung sowie einen Zuschuss zum täglichen Mittagessen. Familien mit geringem Einkommen können die Leistungen für das Bildungspaket bei der zuständigen Kommune beantragen. Das Förderprogramm der Bepanthen-Kinderförderung ist eine sinnvolle Ergänzung der staatlichen Unterstützung, weil es ohne Bürokratie direkt den Kindern zugute kommt: Mit den regelmäßigen Kinderkochkursen soll der Umgang mit Lebensmitteln und deren Zubereitung geübt und so ein besseres Ernährungsbewusstsein auch im Alltag der sozial schwachen Kinder verankert werden. Auch Bernd Siggelkow sieht in den Kinderkochkursen weitaus mehr als eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für „seine“ Kinder: „Wenn es uns gelingt, bereits in jungen Jahren ein Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schaffen, haben wir den Kindern etwas Wertvolles für ihr ganzes späteres Leben mit auf den Weg gegeben.“