Kindergesundheit in Deutschland

Kindergesundheit in Deutschland

Der Mehrzahl der Kinder in Deutschland geht es gut. Auffällig ist aber, dass Kinder aus sozialschwachen Familien häufiger krank werden als solche, die in einem gesicherten sozialen Umfeld aufwachsen. Die Bepanthen-Kinderförderung hat in Zusammenarbeit mit dem Jugendforschungsinstitut iconkids & youth 2010 eine Umfrage gestartet, deren Ergebnis beweist, dass sowohl die Medizin als auch die Pädagogik vor großen Herausforderungen stehen. Die Anzahl der verhaltensauffälligen Kinder nimmt genauso zu wie chronische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Befragt wurden 722 Jungen und Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren aus unterschiedlichen sozialen Bereichen. Für die Einstufung zog die Sozialforschung der Bepanthen-Kinderförderung die Einkommensgrenzen der Eltern heran.

Die Kinderernährung legt den Grundstein für die Gesundheit

Eine ausgewogene Ernährung, die alle wichtigen Nährstoffe enthält, ist essenziell für die Kindergesundheit. Sie wirkt sich auch auf die Aspekte Bewegungsverhalten und Stressbewältigung aus. Eine optimale Ernährung liefert dem Kind die notwendige Energie, die es für seine täglichen Aktivitäten benötigt. Sportlich aktive Kinder neigen weniger zu Übergewicht. Für Eltern ist es wichtig, das gesunde Hunger- und Sättigungsgefühl zu unterstützen. Sätze wie „Der Teller muss leer gegessen werden“ haben aber in der heutigen Kinderernährung nichts mehr zu suchen. Nutzen Sie die natürliche Neugier Ihres Kindes: Durch das Ausprobieren unterschiedlicher Gerüche, Farben und Konsistenzen bei Nahrungsmitteln bleibt das Essverhalten auch Neuem gegenüber aufgeschlossen, Mäkeligkeiten kann besser vorgebeugt werden. Wichtig für eine ausgewogene Kinderernährung sind unter anderem folgende Tipps:

  • Sorgen Sie für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, vorzugsweise mit Wasser oder zuckerfreien Getränken.
  • Obst, Gemüse, Kartoffeln und Getreideprodukte sättigen und liefern notwendige Ballaststoffe.
  • Tierische Lebensmittel sollen in der Kinderernährung sparsam verwendet werden. Das gilt für Fleisch und Wurst genauso wie für Eier und Milchprodukte.
  • Würzen Sie das Essen mit frischen Kräutern. Salz, Zucker und Fett sollen nur in kleinen Mengen verwendet werden.

Diese Grundsätze sind Bestandteil der optimierten Mischkost (OptimiX), wie sie vom Forschungsinstitut für Kinderernährung (KFE) empfohlen wird. Denken Sie daran, dass Ihr Essverhalten den Kindern als Vorbild dient. Eine Ernährungsumstellung tut der ganzen Familie gut und fördert neben der Kindergesundheit auch die der Eltern.

Kindersport – eine Bereicherung für den Alltag

Kinder, die keine ausreichende Bewegung erhalten, sind anfälliger für Stress. Stresssituationen fördern Frustessen oder können im umgekehrten Fall auch zu Appetitlosigkeit führen. Kindersport ist ein probates Mittel, um Stress zu reduzieren. Ein altersgerechtes Bewegungsverhalten fördert die Kindergesundheit und unterstützt die Entwicklung optimal. Alarmierend ist, dass etwa 30 Prozent der für die Gesundheitsbefragung angesprochenen Kinder angaben, neben dem Schulsport keinerlei sportliche Aktivitäten auszuüben. Bei den sozial benachteiligten Kindern waren es fast 40 Prozent. Auch hier sind also deutliche Unterschiede im sozialen Umfeld erkennbar. Sozial benachteiligte Kinder treiben weniger Sport, weil auch die Eltern sportlich weniger aktiv sind. Hier fehlt in den meisten Familien die so wichtige Vorbildfunktion.

Die Bepanthen-Kinderförderung unterstützt das Kinderhilfsprojekt Arche. Durch die vielseitigen Freizeitangebote dieser Initiative werden den Kindern Anstöße gegeben, die sie so in der eigenen Familie nicht erfahren. Dazu gehören neben regelmäßigen und ausgewogenen Mahlzeiten auch sinnvolle Freizeitaktivitäten.

Ist die Kindergesundheit tatsächlich abhängig vom Wohlstand der Eltern?

Diese Frage kann man nach den vorliegenden Umfrageergebnissen aus dem Jahr 2010 zweifelsfrei mit „Ja“ beantworten. Kinder aus sozialschwachen Familien werden tatsächlich häufiger krank. Das bestätigt auch die Praxiserfahrung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, deren Präsident Dr. Wolfram Hartmann die Befragung der Bepanthen-Kinderförderung begleitete. Aufgrund schlechterer Wohnbedingungen sind arme und armutsgefährdete Kinder anfälliger für Infektionskrankheiten. Da hier in der Regel auch weniger finanzielle Mittel für die notwendigen gesunden Lebensmittel verfügbar sind, steht auch eine unausgewogene oder zum Teil sogar nicht ausreichende Kinderernährung der Kindergesundheit im Weg. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist, dass bei Kindern aus sozialschwachen Familien häufig schon die Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrgenommen werden. Auch Arztbesuche bei tatsächlichen Erkrankungen finden seltener statt. Aufklärung der Eltern und aktive Unterstützung, etwa durch eine ausgewogene Ernährung in der Schule und durch kostenlose Angebote für Kindersport, sind probate Mittel, um die Kindergesundheit auch in sozialschwachen Familien zu fördern.