Die Zukunftswünsche von Kindern

Die Zukunftswünsche von Kindern

2010 initiierte die Bepanthen-Kinderförderung gemeinsam mit dem Jugendforschungsinstitut iconkids & youth die Umfrage „Zukunft 2010“. Befragt wurden Sechs- bis Zwölfjährige, welche Erwartungen sie an ihre eigene Zukunft haben und mit welchen Ängsten sie gerade kämpfen. Dabei zeigt sich, dass besonders armutsgefährdete Kinder  in Deutschland den ideellen Wünschen eine größere Bedeutung beimessen als den materiellen. Erfreulich ist, dass die meisten der befragten Kinder ihrer Zukunft positiv entgegensehen.

Zukunftswünsche von Kindern – abhängig von der gesellschaftlichen Entwicklung

Nur wenn das Wohlergehen von Eltern und Kindern sichergestellt ist, ist eine Zukunft mit Kindern überhaupt möglich. Tatsächlich haben die Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz einen Geburtenrückgang zu verzeichnen. Das liegt nicht zuletzt an den erheblichen Zukunftsängsten der Eltern – und das betrifft nicht nur sozialschwache Familien. Die finanziellen Mittel, aber auch die Zeit, die für das heranwachsende Kind erforderlich ist, spielen in der heutigen Leistungsgesellschaft eine entscheidende Rolle. Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, ist nämlich eine Hürde, vor der viele potenzielle Elternpaare zurückschrecken.

Stabile soziale Beziehungen gehören zu den Zukunftswünschen benachteiligter Kinder

Man würde vermuten, dass Kinder, die immer unter Geldnot gelitten haben, sich für die Zukunft am ehesten ausreichende finanzielle Mittel wünschen. Die Sozialforschung der Bepanthen-Kinderförderung kommt hier jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis. Mehr als 700 Kinder wurden zu ihren Zukunftserwartungen befragt. Im Vergleich zu Kindern aus sozial gesicherten Verhältnissen legen solche aus sozialschwachen Familien deutlich mehr Wert auf stabile soziale Beziehungen und einen funktionierenden Familien- und Freundeskreis. Die Universität Bielefeld hat für diese Diskrepanz eine relativ einfache Erklärung: Kinder aus sozialschwachen Familien sind häufig großen Belastungen ausgesetzt, die sich unter anderem auch negativ auf ihr Familienleben auswirken. Gerade die Bindung an Familienangehörige und Freunde ist für diese Kinder extrem wichtig. Dass belastbare Bindungen im sozialen Umfeld mit dem Erwachsenwerden plötzlich wegbrechen könnten, gehört zu ihren größten Ängsten.

Zukunftswünsche von Kindern – unterschiedlich und doch ähnlich

Ob Millionärshaushalt oder sozialschwache Familie: In ihren Zukunftswünschen unterscheiden sich Kinder eigentlich nur in Nuancen. Etwa die Hälfte aller Befragten wünscht sich für die Zukunft viel Geld, ein großes Haus, ein schickes Auto und einen tollen Beruf. Deutlicher werden die Unterschiede jedoch, wenn es um das Maß der sozialen Verantwortung in der Gesellschaft geht. Sozial benachteiligte Kinder äußern etwa doppelt so oft den Wunsch, in Zukunft anderen Menschen helfen zu wollen. Sie sind überwiegend pro-sozial orientiert, und eine der Hauptaufgaben der Gesellschaft sollte es sein, dieses Potenzial zu bewahren und zu unterstützen.

Sozialschwache Familien nehmen die Kinder früher in die Pflicht

In der Zukunft selbstständig und unabhängig zu sein, wünschen sich mehr als 60 Prozent der befragten Kinder. Während es bei den Kindern besser situierter Haushalte eher um als lästig empfundene Vorschriften geht, die nach Meinung der Kinder wegfallen sollten, ist dieser Punkt für solche aus sozialschwachen Familien eher unwichtig. Das begründet die Untersuchung damit, dass diese Kinder viel früher in die Pflichten im Rahmen der Familie eingebunden werden. Sie lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Ein Traumberuf unter den befragten sozial benachteiligten Kindern ist übrigens der eines Lehrers. Das Ergebnis ist einigermaßen überraschend, denn die Schulerfahrungen dieser Kinder sind häufig nicht besonders gut. Vielleicht ist aber auch gerade das der Antrieb, es selber besser machen und anderen Kindern das notwendige Rüstzeug für ihre Zukunft mit auf den Weg geben zu wollen.

Die Bepanthen-Kinderförderung setzt sich seit 2008 für sozialschwache Familien ein und ist bemüht, Zukunftswünsche von Kindern aus diesem Bereich zu realisieren. Schließlich steckt gerade in der Bereitschaft, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen, ein großes gesellschaftliches Potenzial.